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Laufmagazin - Nachrichten vom Lauf- und Ausdauersport



Frankfurt Marathon - Gabius auf Rekordjagd (19.10.2017)

Arne Gabius läuft deutschen MarathonrekordDer 36. Frankfurt Marathon am 29.10.2017 verspricht aus deutscher Sicht einen Nachschlag zur bisher verhalten gelaufenen nationalen Marathonsaison. Ein hoffentlich nach seiner Verletzungspause wiedererstarkter Arne Gabius legt die Latte für sich selbst recht hoch. In flotten 64:15 Minuten möchte der deutsche Rekordinhaber die erste Hälfte angehen und damit selbst einen neuerlichen nationalen Rekord nicht ausschließen. Vor zwei Jahren lief Gabius am Main bereits erstklassige 2:08:32 Stunden (Foto, Copyright Herbert Steffny). Die Favoriten bei den Männern und Frauen kommen allerdings aus Äthiopien. Der 30-jährige Getu Feleke kommt mit einer persönliche Bestzeit von hochkarätigen 2:04:50 Stunden nach Mainhattan, die er in Rotterdam 2012 aufgestellt hat. 2014 siegte er beim Wien Marathon mit Streckenrekordzeit von 2:05:41 Stunden. Auch der  Titelverteidiger Mark Korir aus Kenia (Bestzeit 2:05:49 Stunden) wird wieder am Start sein. Insgesamt neun Läufer weisen eine Bestzeit von unter 2:10 Stunden auf. 


Bei den Damen führt die 28-jährige Äthiopierin Feyse Tadese mit 2:20:27 Stunden die Startliste an, die sie als Zweite in Berlin 2014 rannte. Interessant dürfte die Vorstellung der 5.000 Meter Olympiasiegerin Vivian Cheruiyot aus Kenia sein. Die 5.000 und 10.000 Doppel-Weltmeisterin und Cross-Weltmeisterin sammelte in London im Frühjahr mit 2:23:50 Stunden bereits erste Erfahrungen auf der Marathonstrecke. Von Veranstalterseite wird verlautbart, dass die kleine Kenianerin den Streckenrekord im Visier habe. Diesen hält die Äthiopierin Meselech Melkamu seit 2012 mit 2:21:01 Stunden. Bei den Frauen starten zudem die beiden deutschen Hoffnungen Katharina Heinig und Fate Tola, die die EM-Norm und natürlich auch den Deutschen Meistertitel im Visier haben. Die 28-jährige Fate Tola war im Vorjahr in 2:25:42 Stunden Zweite des Gesamteinlaufs.

Erstmals wurden 1985 in Frankfurt die Deutschen Meisterschaften in einem City Marathon ausgetragen. Gesamtsieger und Deutscher Meister wurde damals übrigens ein gewisser Herbert Steffny in 2:12:12 Stunden ;-)). Weitere Infos unter www.frankfurt-marathon.com.


Berlin Marathon - Kipchoge vs. Kipsang und Bekele (29.8.2017)

Kenenisa Bekele Berlin 2016Die Organisatoren des Berlin Marathons haben es mal wieder geschafft! Ein illustres Dream-Trio bestehend aus dem Olympiasieger Eliud Kipchoge aus Kenia, seinem Landsmann und Ex-Weltrekordler Wilson Kipsang und dem Vorjahressieger und Weltjahresschnellsten 2016 Kenenisa Bekele (Foto links) aus Äthiopien wird am 24. September an der Startlinie stehen. Alle drei haben die Weltmeisterschaften von London ausgelassen. Während insbesondere die US-amerikanischen Top-Marathons Boston, Chicago und New York in letzter Zeit ihre Elitestartfelder so zusammenbasteln bzw. entschärfen, dass möglichst die eigenen Athleten auf das Podest kommen, setzt Berlin weiterhin konsequent auf die Weltrekordhatz. 

Und dafür muss man wirklich die Besten der Besten einladen bzw. einkaufen. Zusätzlich gelingt das Unterfangen Weltrekord auch nur, wenn man anders als beim "Nike-Sub-2-Hours-Retortenrennen" die weltbesten Tempomacher dazugesellt. In Monza konnten sich die Hasen nach der geltenden Leichtathletik Ordnung illegalerweise abwechseln und zwischenzeitlich pausieren. In Berlin dagegen müssen die "Edelhasen" Halbmarathon, 25 und letztlich 30 Kilometer in Weltrekordtempo durchlaufen können. Diese Klasse von Tempomachern ist rar und potentiell sind das Läufer, die (zukünftig?) selbst einen Weltrekordversuch unternehmen könnten.

Irgendwie hat die Konkurrenz der anderen großen City-Marathons, darunter auch London gegenüber Berlin die Flinte ins Korn geworfen. Man verzichtet auf Tempomacher und gerade London setzt auf ein breites Elitefeld, was aber meist dazu führt, dass zuviele Köche den Brei verderben. Schon von Beginn an aber spätestens am Ende wird taktiert und das Tempo verschleppt. Ausnahme war in London in diesem Frühjahr der Harakiri-Lauf von Mary Keitany aus Kenia, die mit einem viel zu schnellen Beginn im Alleingang sich noch auf sensationelle 2:17:01 Stunden rettete. Würde Mary Keitany gleichmäßig "hasengeführt" in Berlin antreten  (wie übrigens auch Paula Radcliffe bei ihrem Fabelweltrekord 2:15:25 Stunden 2003 in London), so hätte die kleine Kenianerin aus Iten sicherlich auch einen neuen Weltrekord in den Beinen. 


Doch zurück zu den Kontrahenten von Berlin. Es ist mit Sicherheit das qualifizierteste Trio, was jemals im Marathon gegeneinander gelaufen ist. Für langjährige Kenner der Szene gab es auch früher schon solche Leckerbissen, wie Gelindo Bordin gegen Ahmed Salah und Douglas Wakihuri oder Rosa Mota gegen Ingrid Kristiansen und Grete Waitz bei Weltmeisterschaften oder City Marathons, nur das heute noch viel schneller gelaufen wird. Es gab übrigens beim London Marathon 2016 schon einmal einen Schlagabtausch der drei Laufstars. Damals gewann Kipchoge in seiner persönlichen Bestzeit von 2:03:05 Stunden. Bekele wurde Dritter und Kipsang Fünfter. Doch nun die drei Gladiatoren im Portrait:

Eliud KipchogeEliud Kipchoge: Der 32-jährige Kenianer ist der derzeitige Überläufer der Marathonszene. Nachdem der Olympiasieger von Rio de Janeiro im "Schuh-Rummel-Schummelrennen" in Monza im Mai 2:00:25 Stunden über 42,195 Kilometer erzielte, eine Zeit die natürlich nicht anerkannt werden kann, möchte er es nun auf der flachen Berliner Strecke versuchen den offiziellen Marathon-Weltrekord seines Landsmannes Dennis Kimetto zu unterbieten, der diesen 2014 mit 2:02:57 Stunden ebenfalls in Berlin aufgestellt hatte. Der Rätselläufer Kimetto ist längst ein Schatten seiner selbst und nicht am Start. Kipchoge war bereits 2003 im Alter von nur 18 Jahren Weltmeister über 5.000 Meter und wurde erst spät zum Straßenläufer. Er ist der momentan solideste Läufer der Innung und hat alle seine hochklassig besetzten Marathons bisher alle gewonnen, außer in Berlin 2013, als er keinem geringeren als Wilson Kipsang unterlag. 2015 siegte er schließlich an der Spree, ist also streckenkundig. Seine Bestzeit steht bei 2:03:05 Stunden (London 2016), der drittschnellsten Zeit der ewigen Bestenliste.

Wilson KipsangWilson Kipsang: Der 35-jährige Ex-Weltrekordler aus Iten/Kenia verbesserte 2013 den Weltrekord in Berlin auf 2:03:23 Stunden und bescherte in 2:03:41 Stunden schon im Jahr zuvor dem Frankfurt Marathon einen wunderbaren Streckenrekord. Im direkten Vergleich besiegte er als einziger bisher Eliud Kipchoge bei seinem Sieg in der Bundeshauptstadt 2010. Im Vorjahr unterlag er dagegen Kenenisa Bekele in einem knallharten Rennen und stellte dabei sogar noch einen neuen Hausrekord in 2:03:13 Stunden auf. Dachte man zuvor, er wäre vielleicht schon auf dem absteigenden Ast, so konnte Kipsang 2017 in 2:03:58 Stunden mit seinem Sieg beim Tokio Marathon die bis heute geltende Weltjahresbestzeit aufstellen und damit untermauern, dass mit ihm noch zu rechnen ist. An internationalen Erfolgen bei Meisterschaften hat er bisher "lediglich" Olympia-Bronze im Marathonlauf erzielt.


Kenenisa BekeleKenenisa Bekele: Was Olympiasiege, Weltmeistertitel und Weltrekorde angeht ist der Äthiopier der mit Abstand hochdekorierteste Läufer des Trios und sicherlich der erfolgreichste Langstreckenläufer aller Zeiten auf der Bahn und im Crosslauf. Der 35-Jährige hält immer noch unangefochten die Weltrekorde über 5.000 und 10.000 Meter (12:37,35 (2004) und 26:17,54 Minuten (2005), war u.a. dreimal Olympiasieger und fünfmal Weltmeister über die beiden Distanzen und erlief 11-mal den Titel eines Crosslauf-Weltmeisters über die Kurz- und Langdistanz, eine Leistung die nur unter Experten wirklich richtig eingeschätzt wird! Beim Marathonlauf entwickelte sich der "legitime Nachfolger" des legendären Haile Gebreselassie dagegen etwas unsteter und langsamer. Den wirklichen Durchbruch erzielte er im letzten Jahr als er in einem gnadenlosen Schlagabtausch mit Wilson Kipsang in der zweitschnellsten Zeit der ewigen Weltbestenliste in Berlin mit 2:03:03 Stunden gewann. Seinen letztenMarathon beendete Bekele in London als Zweiter in 2:05:57 Stunden. Sein äthiopischer Vorgänger Gebreselassie hatte in Berlin gleich zweimal den Marathonweltrekord verbessert. Sollte ihm nun auch Bekele dies nur einmal nachmachen, dann wäre er für mich wohl doch der größte Langstreckenläufer aller Zeiten.

Meine Einschätzung: Ich werde wie in den Vorjahren vor Ort (auch auf der Messe), an der Strecke und im Ziel sein. Den Leckerbissen lasse ich mir natürlich nicht entgehen! Kenenisa Bekele verfügt auf der Unterdistanz das meiste Potential. Seine 10.000 Meter Bestzeit multipliziert mit der bewährten Standardformel 4,666 ergibt 2:02:41 Minuten = Weltrekord! Der Äthiopier ist allerdings ein wenig verletzungsanfällig, steigt schon mal aus, aber auch der Vorjahressieger, der seinen Titel zäh verteidigen wird. Kipsang ist vielleicht doch schon in der Abenddämmerung seiner Karriere, oder? Der Olympiasieger Eliud Kipchoge ist in den letzten Jahren die Konstanz in Person und hat alleine dadurch schon die Favoritenrolle. Auch der Kunstlauf von Monza hat seinen Nimbus dennoch untermauert. Verläuft alles "normal", so müsste er sich in dem hochklassigen Feld behaupten, und wenn die Berliner mal wieder wie so oft Schwein mit dem Wetter haben, dann ist auch der Weltrekord demnächst in seinen Händen bzw. Füßen. 

Aber auch Kipchoge, der sich gewissenhaft auf den Punkt vorbereiten kann, ist keine Maschine. Sollte der Kenianer eine Schwäche haben, so sind die beiden Kontrahenten ebenso erfahrene und kampferprobte Läufer und ebenfalls im Stande einen Weltrekord zu laufen. Alle drei kennen den Kurs und haben unterm Brandenburger Tor schon gesiegt! Bleibt abzuwarten, wie sich der Schlagabtausch gestaltet, wenn sich die besten Hasen nach 30 Kilometern verabschieden. Arbeitet das Trio oder ein verbliebenes Duo weiter zusammen oder wird auf Sieg taktiert? Spannung auch für alle, die in Berlin nicht an der Strecke sind oder sogar in dem vielleicht denkwürdigen Rennen mitlaufen: der "Kampf der Marathon-Giganten" wird wieder im TV ARD und RBB übertragen. Nicht verpassen! Tragen Sie sich9.05 Uhr in den Terminkalender für den 24.9.2017 ein! 

Mein Tipp für die Veranstalter: Bitte diesmal die Uhr im Ziel überprüfen! Peinlich, peinlich... als Bekele im letzten Jahr auf die Zähne biss, um jede Sekunde kämpfte und ins Ziel lief, zeigte die Uhr 2:02:59 Stunden an (siehe mein Zielfoto vom Vorjahr oben!). Pustekuchen, die Zeit wurde nach oben auf 2:03:03 Stunden korrigiert. Ein Unding für den Sponsor Tagheuer, denn der Läufer und auch wir Reporter und Fotografen orientieren sich natürlich an der Zieluhr! Ziemlich blöd, wenn die Uhr auf dem Zielfoto was anderes zeigt, als in der Ergebnisliste. 

Mein Tipp für Eliud Kipchoge: Mit dem Erproben von Laufschuhen hat der "Monza-Flitzer" ja nun genug Zeit gehabt. Ob der von Nike sagenumworbene "Vaporfly Elite" oder nur die Basis-Version zum Zuge kommt, egal... aber bitte klebt ihm die Einlage innen im Schuh fest! Der "Hermes von Berlin", wie Kipchoge, wegen der unterwegs rausgerutschten und abstehenden Schuheinlagen bei seinem Lauf durch Berlin 2015 auch schon mal spöttisch betitelt wurde, sollte bei seinem Weltrekordversuch durch solch einen Amateurfehler nicht behindert werden ;-)).



Berlin will Leichtathletik torpedieren (22.5.2017)

Nach dem Meucheln  der Leichtathletik Arena, durch die Entfernung der Kunststoffbahn in Stuttgart, Austragungsort von erstklassigen Europa- und Weltmeisterschaften zu einem reinen Fußballstadion nun auch Berlin? Die Stuttgarter wurden für ihre Arroganz bestraft und durften nach einem Deutschem Meistertitel ein paar Jahre später erst einmal Läuterung in der zweiten Liga über sich ergehen lassen. In Berlin gibt es nun offenbar ein Jahr vor den Leichtathletik-Europameisterschaften ebenfalls Planungen von Senat und Hertha BSC für einen Umbau des Berliner Olympiastadions zu einer reinen Fußball-Arena. Damit gäbe es fast kein Stadion in Deutschland mehr, in dem internationale Leichtathletik Veranstaltungen ausgetragen werden können.

Der Präsident des Deutschen Leichtathletik Verbandes Dr. Clemens Prokop reagierte überrascht, da der DLV nicht in Gespräche eingebunden war und kündigte in Zusammenarbeit mit dem Berliner Leichtathletik-Verband (BLV) eine Bürgerinitiative „Rettet das Berliner Olympiastadion“ an.  Auch die Prüfung eines Bürgerbegehrens schließt Prokop nicht aus. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte gegenüber der BZ-Berlin: „Die Leichtathletik muss nicht zwingend aus dem Stadion verbannt werden.“ Er könne sich auch vorstellen, dass die Tartanbahn flexibel rückbaubar gestaltet wird. Der DLV-Präsident  weiter:  „Das Olympiastadion, das eine Sportstätte von nationaler und internationaler Bedeutung ist, wird vom Olympiastadion zum Stadion von Hertha BSC herabgestuft. Damit werden nicht nur Millionen von Steuergeldern, die für die Renovierung des Stadions vor nicht einmal 15 Jahre verwandt wurden, verschleudert, sondern es werden weitere Millionen aufgewendet, nur um die Atmosphäre während eines Fußballspiels zu verbessern.“ (Quelle u.a. DLV)

Kipchoge und Kipsang doch Berlin, statt WM-Start (14.5. geändert 21.5.2017)

Nur eine Woche nach der Nominierung des Marathon-WM Teams durch den kenianischen Leichtathletik Verband ist das Traumteam mit Eliud Kipchoge und Wilson Kipsang nur noch Makulatur, ebenso nun mein Text unten. Statt dessen starten die beiden Helden wie ursprünglich erhofft nun doch zur Weltrekordjagd beim Berlin Marathon... Auch bei den Damen haben London Siegerin Mary Keitany und Florence Kiplagat offenbar andere lukrativere City-Lauf-Pläne.

Das finale Team Kenia lautet nun:


Männer - Daniel Wanjiru, Geoffrey Kirui, Paul Lonyangata. Reserve: Gedion Kipketer

Frauen - Edna Kiplagat, Purity Rionoripo, Helah Kiprop. Reserve: Philomena Cheyech, Valentine Kipketer.


Start und Kurs

Die beiden Marathonstarts sind in London am Sonntag 6. August. Die Männer starten um 10.55 Ortszeit (11.55 Zeit in Berlin) und die Damen um 14.00 Ortszeit (15.00 in Berlin). Start und Ziel sind an der Towerbridge. Es wird ein 10 Kilometer Kurs viermal durchlaufen:  zunächst westlich entlang Victoria Embankment zum Houses of Parliament, dann zurück entlang der Themse zur Paul’s Cathedral und schließlich wieder zum Tower of London.


(Meldung 14.5.2017):

Laut Daily Nation Kenya hat der Leichtathletik Verband Kenias nach Abschluss der Frühjahrs Marathon Saison das Marathonteam für die Leichtathletik Weltmeisterschaft (4.-13.8.2017) in London nominiert. Auf der Liste steht mit Eliud Kipchoge, Wilson Kipsang, Mary Keitany und Edna Kiplagat die "creme de la creme" des derzeitigen Marathonlaufs.

Das Männerteam wird vom dem derzeit besten Marathonläufer Eliud Kipchoge angeführt. Der Olympiasieger von 2016 in Rio war bereits 5.000 Meter Weltmeister und glänzte zuletzt bei dem nicht regelkonformen Retortenrennen in Monza, wo er unter künstlich-optimalen Bedingungen die Zeit von 2:00:25 Stunden erzielte. Er wird vom Ex-Weltrekordler Wilson Kipsang, der den Tokio Marathon in der Weltjahresbestzeit von 2:03:58 Stunden gewann, begleitet. Der Dritte im Bunde ist der London Marathon Sieger Daniel Wanjiru. Als Ersatz stehen Boston Marathon Champion Geoffrey Kirui und der Tokio Marathon Zweite Gedion Kipketer in Reserve. Damit zerschlagen sich offenbar die Hoffnungen, dass Eliud Kipchoge im September in Berlin starten würde, um den offiziellen Weltrekord von 2:02:57 Stunden (Dennis Kimetto, 2014 Berlin) zu brechen.

Bei den Damen stellt der für Höhentraining und Eliteläufer bekannte Flecken Iten in 2.400 Meter Höhe (wo ich bereits 1988 trainierte und wohin ich seit Jahren eine Laufreise leite) die komplette Nationalfrauschaft. Mit der Boston Marathon Siegerin und Doppelweltmeisterin von 2011 und 2013 Edna Kiplagat, der nicht verwandten Nachbarin Florence Kiplagat (u.a. zweifache Berlin Marathon Siegerin und Chicago Siegerin im Oktober) und der überragenden Überläuferin des London Marathons Mary Keitany schickt man wie bei den Männern ein sehr erfahrenes Frauenteam nach London. Auch die Ersatzläuferinnen sind von Rang und Namen. Die Marathonsiegerin und Zweite des Paris Marathons Purity Rionoripo und Agnes Barsosio stehen in den Startlöchern.
 

WM Marathon Team - Heinig und Tola nominiert (17.5.2017)

Der leitende Direktor des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) Idriss Gonschinska gab heute die Nominierung der Marathonläuferinnen Katharina Heinig (LG Eintracht Frankfurt) und Fate Tola Geleto (LG Eintracht Braunschweig)  für die Weltmeisterschaften (4. bis 13. August) in London im Marathon der Frauen bekannt. Die Deutsche Meisterin Fate Tola Geleto unterbot beim Frankfurt Marathon 2016 mit 2:25:42 Stunden und im April 2017 erneut beim Hannover Marathon mit 2:27:48 Stunden die WM-Norm. Katharina Heinig (LG Eintracht Frankfurt) unterbot die Norm mit ihrer Marathon-Zeit von Berlin 2016, wo sie sich auf 2:28:34 Stunden steigerte. Den geforderten Leistungsnachweis lieferte sie vor drei Tagen in Berlin mit 1:13:05 Stunden über Halbmarathon ab. Bei den Männern schaffte leider niemand die Norm. Seitdem der Leithirsch Arne Gabius schwächelt, tut dies auch die zweite Reihe. 



Mo Farah - vom Ritter zum Alien dank Donald Trump (1.2.2017)

Mo FarahDie skurrile „Elefant-im-Porzellanladen-trampeln-Politik“ des neuen US-Präsidenten Donald Trump hat auch für die internationale Laufszene kuriose Konsequenzen. Der Doppel-Olympiasieger über 5.000 und 10.000 Meter und gebürtige Somalier Mo Farah formulierte es in einem Interview mit „The Guardian“ so: "The Queen made me a knight, Donald Trump made me an alien” – Die Königin schlug mich zum Ritter, Donald Trump macht mich zum Alien. „Sir Mo Farah“, ein gebürtiger Somalier, eines der sieben moslemischen Länder, die Trump pauschal ein Dorn im Auge sind, nannte diese Politik „ignorant und voller Vorurteile“.

Derzeit lebt der britische Langstreckenläufer mit seiner Familie in den USA, fürchtete aber von einem Höhentrainingsaufenthalt in Äthiopien nicht mehr nach Portland in Oregon zurückkehren zu können. Der unüberlegten "Schnellschuss-Dekret-Politik“ des Egomanen aus Washington folgte zwei Tage später schon eine Korrektur. Bei Doppel-Staatsbürgerschaften zählt nun auch der andere, z.B. ein EU-Pass, in diesem Falle also der britische.

Mo Farah gibt Donald Trump Nachhilfe Unterricht in Sachen Völkerverständigung: „Ich bin ein Brite, lebe seit sechs Jahren in den USA, habe hart gearbeitet, mich sozial engagiert und dort Steuern bezahlt. Plötzlich soll meine Familie und ich nicht mehr willkommen sein? In Großbritannien war ich damals willkommen. Man hat mich aufgenommen als ich acht Jahre alt war und ich konnte dort meine Träume verwirklichen. Für Großbritannien habe ich Medaillen gewonnen und die größte Ehre, den Ritterschlag erhalten. Meine Geschichte ist ein Beispiel für die Folgen einer ausgleichenden Politik, nicht die einer von Isolation und Hass geprägten Sicht.“

Der britische Topläufer weiter: „Am ersten Januar dieses Jahres verlieh mir Ihre Majestät die Königin die Ritterschaft und am 27. Januar machte mich Donald Trump scheinbar zum Alien.“ Farah hat zwar keinen somalischen Pass, ist aber dort geboren, was in den USA derzeit ähnlich wie ein Aufenthalt in diesen Ländern schon als hochverdächtig gilt. Nach dem 27. Januar strandeten zunächst zahlreiche Einreisewillige an den US-Grenzen, bis Tage später und nach Protesten und Widerstand auch aus den USA die genauen Auslegungen der Dekrete nachgeliefert wurden.

Vielleicht wäre es gut gewesen, wenn man in Washington erst mal nachgedacht hätte, bevor man eine übereilte populistische Schnellschusspolitik zelebriert. Mo Farah ist nun zunächst beruhigt, dass er offenbar von seinem Höhentrainingslager doch zurück zu seiner Familie in die USA reisen kann, aber die Politik der generellen Brandmarkung der sieben islamischen Staaten kann er dennoch nicht nachvollziehen.

Wurde Bekele in Dubai absichtlich zu Fall gebracht?  (25.1.2017)

Verschwörungstheorie? Wurde der äthiopische Laufstar Kenenisa Bekele beim Dubai Marathon letzte Woche absichtlich gerempelt, was zu seinem Aussteigen bei Kilometer 23 mit einer Wadenzerrung führte? In einem Interview mit dem Journalisten Pat Butcher gab der Berlin Marathonsieger und 5.000 und 10.000 Meter Weltrekordler und Doppel-Olympiasieger deutlich zu verstehen, dass er klar den Marathon Weltrekord im Visier und in den Beinen hatte.

Feyisa Lelisa Oromo ProtestSein Manager Jos Hermens schürte unterdessen den verwegenen Verdacht, sein Schützling sei am Start absichtlich zu Fall gebracht worden. Bekele ist vom unterdrückten Stamme der Oromo, der seit 2016 in Äthiopien in Aufständen gegen seine Verfolgung und Landnahme protestiert. Im letzten Jahr soll es dabei 500 Tote gegeben haben. Die Öffentlichkeit wurde damit durch eine Protestaktion Feyisa Lelisas, ein Stammesbruder von Bekele, in Rio de Janeiro und auch beim Honolulu Marathon (siehe Foto links, Copyright Herbert Steffny)

konfrontiert. Der Olympia-Zweite kreuzte seine Arme nach dem Zieleinlauf als Protest-Geste, die er später bei der Pressekonferenz erklärte. Er kehrte seinem Heimatland aus Angst vor Repressalien oder gar Todesdrohungen den Rücken und ersucht derzeit in den USA politisches Asyl. 

Bekele wurde trotz ansprechender Leistungen nicht für die Olympischen Spiele in Rio nominiert, wofür von Jos Hermens auch seine Stammeszugehörigkeit verantwortlich gemacht wurde. Obwohl er seine Nichtnominierung kritisierte, gilt der Nationalheld in Äthiopien eher als regierungstreu. Das könnte seine Oromo Landsleute verärgert haben. Vielleicht hat er aber auch keine Alternative als sich diplomatisch zu verhalten. Von seiner bedächtigen Art konnte ich mich selbst bei der Pressekonferenz in Berlin 2016 überzeugen. Einen Tag nach dem Rennen von Dubai, das Landsmann Tamirat Tola in Streckenrekord 2:04:11 Stunden gewann, schilderte Bekele im Gepräch mit Pat Butcher seine Sicht zu seiner Form und zum Sturz:

Hatte den Weltrekord in den Beinen...

Es waren wenigstens dieselben Bedingungen wie in Berlin (…wo er den Weltrekord nur um sechs Sekunden verpasste…). Aber mein Training war diesmal 10-15 Prozent besser. Wenn das nicht passiert wäre, hätte ich locker gewonnen. Mein Ziel war Sieg in Weltrekordzeit. 2:04:11 Stunden ist für mich eine einfach zu laufende Zeit. Ich hatte wenigstens 2:03 Stunden in meinen Beinen, …wenn ich nicht gestürzt wäre. Ich war in der ersten Reihe an dem sehr engen Start. Schon vor dem Start gab es viele Schubsereien. Die Eliteläufer waren nicht von den normalen Startern getrennt. Es gab zwei oder drei Startschüsse, Konfusion und Druck von hinten. Mein Bein verhakte sich mit irgendjemand und ich stürzte und war irritiert und schockiert.“

Ein Freizeitläufer half ihm auf die Beine und er versuchte mit einem viel zu schnellen Kilometer die 100 Meter Rückstand wieder aufzuholen. Nach 15 Kilometern blockierte seine Hüfte einseitig und die Wade verkrampfte. Schließlich stieg der Favorit wie schon vor zwei Jahren aus. Nun möchte er beim London Marathon im April starten.


Kenenisa Bekele will in Dubai den Weltrekord angreifen (12.1.2017)

Kenenisa Bekele Berlin 2016Der Berlin Marathon Sieger und Weltjahresschnellste 2016 Kenenisa Bekele aus Äthiopien wird am 20. Januar beim Dubai-Marathon bei günstigen Bedingungen versuchen den Marathonweltrekord des Kenianers Dennis Kimetto (2:02:57 Stunden 2014 in Berlin ) anzugreifen. In Berlin verpasste er im Herbst diese Marke nur um sechs Sekunden. Die sehr flache Strecke in Dubai hat kaum Kurven und gilt als superschnell, obwohl auf ihr außer zwei inoffiziellen Junioren-Weltrekorden bisher noch kein Weltrekord gelaufen wurde. 2015 stand der Doppel-Olympiasieger über 5.000 und 10.000m und auch Weltrekordler über diese Distanzen bereits an der Startlinie, stieg aber nach 30 Kilometern verletzungsbedingt aus. Dem äthiopischen Rekordhalter ist der Weltrekord durchaus zuzutrauen, denn rechnet man seinen 10.000 Meter Weltrekord von 26:17,53 Minuten hoch (multipliziert mit 4,666, siehe "Das große Laufbuch"), so hat er ein Potential für 2:02:40 Stunden. Der 34-Jährige gilt als besonnen, hat Marathon mittlweile auch taktisch im Griff und lieferte in Berlin im Duell gegen Ex-Weltrekordler Wilson Kipsang aus Kenia eine exzellente Vorstellung ab. Bei den Damen sind seine Landsfrauen Meselech Melkamu und Shure Demise favorisiert.

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